Ein Museum ist ein Ort, an dem Geschichte aufbewahrt und sichtbar gemacht wird.
Aber auch Museen haben eine Geschichte.
SANKT PAULI MUSEUM
1982
Als der Buchautor und Fotoreporter Günter Zint sein neues St. Pauli-Bilderbuch "DIE WEISSE TAUBE FLOG FÜR IMMER DAVON..." vorstellte, wundert er sich darüber, dass ein so berühmter Stadtteil weder eine Geschichtswerkstatt, noch ein Museum besaß. Als im Jahr darauf der ehemalige STAR-CLUB ausbrennt, versucht er in dieser geschichtsträchtigen Brandruine seinen Traum vom SANKT PAULI MUSEUM zu realisieren. Leider wird nichts daraus, da es Probleme auf allen Ebenen gibt. Weder Behörden, noch die Grundstücksbesitzer, zeigen Interesse.
1986
Willi Bartels drückte seinem Kritiker Zint eine Schlüsselbund mit 50 Schlüsseln zum Erdgeschosses des EROS-CENTER in die Hand und meinte: “Mach was daraus...“
Das war die Geburtsstunde des ST.PAULI ARCHIVS e.V. Die vom Verein betriebene GRENZGÄNGER GALERIE hatte in den ersten sechs Wochen rund 10.000 BesucherInnen.
1988
Das EROS-CENTER wird endgültig geschlossen und zu einem Hotel für AussiedlerInnen und Flüchtling umgebaut. Das ST.PAULI ARCHIV findet neue Räume in der Wohlwillstraße, die sich aber für eine öffentliche Präsentation der Geschichtsaufarbeitung nicht eignen.
1989
Das SANKT PAULI MUSEUM wird vom Verein "KULTUR FÜR ST. PAULI" unter dem Vorsitz von Günter Zint gegründet.
1991
Willi Bartels investiert eine beträchtliche Summe, indem er die größte zusammenhängende St. Pauli-Sammlung von Holger Rosenberg kauft und dem Museum stiftet. Die Sammlungen Zint und Rosenberg bildeten nun einen fundierten Grundstock.
22. September 1991 (Der 100. Geburtstag von Hans Albers)
Kultursenatorin Christina Weiss, Paul und Linda Mc Cartney eröffnen unser Museum im TIVOLI am Spielbudenplatz auf St. Pauli.
Ende 1992
Nach Streichung von Fördermitteln und von drei ABM-Stellen müssen die Räumlichkeiten im TIVOLI aufgegeben werden. Das Heimatmuseum wird heimatlos.
1993
Das SANKT PAULI MUSEUM und der St. Petersburger ROCK`N ROLL TEMPEL veranstalten auf dem Hamburger Rathausmarkt eine gemeinschaftliche Ausstellung.
Januar 1994 bis Mitte 1999
Die Verwaltung des Museums ist in Bürogemeinschaft mit dem PAN-FOTO e.V. in der Wohlersallee untergebracht. Die Exponate liegen im Keller des INTERRAST-Hotels an der Reeperbahn, welcher von Willi Bartels kostenlos zu Verfügung gestellt wurde.
Oktober 1996 bis Januar 97
Das STANKT PAULI MUSEUM und das PANOPTIKUM veranstalten zusammen eine Ausstellung über den STAR-CLUB und die Musikszene der Sechziger Jahre auf dem Spielbudenplatz. Gleichzeitig kehren die BEATLES als Wachsfiguren nach Hamburg zurück. Die gleiche Ausstellung war vom März bis Dezember 1997 im Foyer des DELPHI MUSIKTHEATERS anlässlich der Uraufführung des Musicals PICO zu sehen.
1997
Im Rahmen des 40. Städtepartnerschaft-Jubiläums werden verschiedene gemeinsame Aktionen und Ausstellungen im Haus der Freundschaft und in der Puschkinskaja 10 (Künstlerkommune) in St. Petersburg durchgeführt.
Herbst 97
Eine weitere ständige STAR-CLUB / BEATLES Ausstellung wird seit in St. Petersburg durch unser Partnermuseum (ROCK`N ROLL TEMPEL von Kolya Vasin) gezeigt.
Sommer 1998
Die SPARKASSE BREMEN zeigt eine John Lennon Ausstellung in ihrer Hauptstelle.
Juni und Juli 1998
Im Rathaus Dresden wird ein Stadtportrait der Partnerstädte Hamburg und St. Petersburg gezeigt.
Januar 1999
Das SANKT PAULI MUSEUM betreibt eine Fotogalerie mit Bibliothek, Tonträger- und Dokumentensammlung am Schulterblatt 37. Archiv und Fundus wird aus Kostengründen in das Bauernhaus von Günter Zint ausgelagert.
1999
Verschiedene Wanderausstellungen über das Thema „DER KIEZ UND DIE MUSIK“ werden zusammen mit dem KULTURBUCH VERLAG Bremen durchgeführt. Höhepunkt ist die Ausstellung „Gesichter eines Stars“, die im Sommer als Begleitprogramm zu der Gemäldeausstellung von Paul Mc Cartney in Siegen läuft.
Juli 2001
Das Büro in Hamburg wird aufgelöst.
September 2001
Die Auflösung des Trägervereins wird eingeleitet.
Juli 2002
Eine Ausstellung über die BEATLES im ESTREL-CONVENTION-CENTER findet in Berlin mit fast 10.000 Besuchern statt.
Juli 2003
Die BEATLES-Convention wird wiederholt.
September 2003
Die Ausstellung KIEZ, KULT, ALLTAG wird in der Galerie MULTIPLE BOX auf der Fleetinsel in Hamburg gezeigt
15. Juni 2004
Das Museum eröffnet die Galerie GOLDEN SIXTIES in der Davidstrasse 5 um dort wenigstens einen Fuß im „Kiez“ zu haben. Leider fehlt jede Unterstützung der Kulturbehörde.
Ende 2004
Sinkende Einnahmen, hohe Personalkosten und zwei Umzuge führen letztendlich zu Schließung.
Das Heimatmuseum ist wieder heimatlos.
Mai 2005
Das Sankt Pauli Museum wird weiterleben!!!
Die Kulturbehörde hat uns eine Förderung zugesagt.
Für eine Übergangszeit sind wir seit Juni 2005 an das Museum für Hamburgische Geschichte gekoppelt.
Wir haben einen Förderverein gegründet, der das weitere Überleben des Museums mit 1-Euro-Kräften sichern soll.
Die Gründungsversammlung des Fördervereins findet am 28. Mai 2005 im Restaurant MEDUSA am Spielbudenplatz 21 statt.
Udo Lindenberg, Bernhard Paul (RONCALLI), Hans Albers II. (der Neffe von Hans Albers), Erwin Ross (der RUBENS VON DER REEPERBAHN) und 40 weitere Personen gründen den Verein. Laut Vorstandsbeschluss wird der Monatsbeitrag für Schüler, Studenten, Auszubildende und Rentner 2,50 Euro betragen. Normalverdiener zahlen 5 Euro und Fördermitglieder zahlen ab 10 Euro.
26. August 2005
Das heimatlose Heimatmuseum hat wieder ein Zuhause auf St. Pauli.
Unsere neue Adresse ist:
Hein-Hoyer-Straße 56 - 20359 Hamburg - ST. PAULI
Telefon 040 - 439 20 80
Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Samstags nach Absprache.
