Der Rubens von der Reeperbahn
Über dreißig Jahre dekorierte der Rubens von der Reeperbahn Clubs, Varietés, Bars und Bordelle mit großflächigen Superfrauen und Traumgirls. In anderen Städten wurde schon längst mit Neon-Silhouetten und Fotos geworben, aber auf dem Kiez verlässt man sich ganz auf Erwin Ross.
"Man kann schließlich keine Landschaft auf die Fassade pinseln, wenn drinnen 'ne Sex-Show läuft."
Reklame oder gar Kunst?
"Kunst, na ja, dass weiß ich nicht. Künstlerisch, ja das wäre vielleicht das richtige Wort dafür."
Erwin philosophiert nicht über seine Arbeit. Er macht halt das was er kann und was ihm Freude bereitet.
"Man kann schließlich keine Landschaft auf die Fassade pinseln, wenn drinnen 'ne Sex-Show läuft."
Reklame oder gar Kunst?
"Kunst, na ja, dass weiß ich nicht. Künstlerisch, ja das wäre vielleicht das richtige Wort dafür."
Erwin philosophiert nicht über seine Arbeit. Er macht halt das was er kann und was ihm Freude bereitet.

Für den 1926 in Wriezen geborenen Erwin Ross begann seine Künstlerkarriere während der Kriegsgefangenschaft.
"Blondy the Painter" wurde er von den englischen Offizieren genannt und beschriftete nicht nur Schilder und Kisten.
Er malte auch nach Fotovorlagen Landschaften, Wappen, Tierbilder und Offiziersgattinen. Nur wehmütig entließen die Engländer den gefragten Maler Ende 1948 aus dem ägyptischen Gefangenenlager.
"Blondy the Painter" wurde er von den englischen Offizieren genannt und beschriftete nicht nur Schilder und Kisten.
Er malte auch nach Fotovorlagen Landschaften, Wappen, Tierbilder und Offiziersgattinen. Nur wehmütig entließen die Engländer den gefragten Maler Ende 1948 aus dem ägyptischen Gefangenenlager.

Zurück nach Deutschland in die noch junge DDR. Hier arbeitete Erwin zunächst in seinem erlernten Beruf als Autoschlosser, dann als Traktorist und Tiefbauhelfer. Am 1.September 1950 bekam er einen Arbeitsplatz bei der Konsum-Genossenschaft in Eberswalde. Dort erkannte man sein Talent für die Malerei und sein Alltagsgeschäft werden lächelnde Lenins und schnauzbärtige Stalins im Riesenformat mit Parolen für eine bessere Gesellschaft. "Marxs kann ich noch heute mit geschlossenen Augen"
Den Kulturfunktionären waren aber die Motive zu offenherzig und so wurde der Träger des Aktivistenzeichens wegen freizügiger Maltechnik verwarnt. Erwin wanderte daraufhin aus in die BRD.
Den Kulturfunktionären waren aber die Motive zu offenherzig und so wurde der Träger des Aktivistenzeichens wegen freizügiger Maltechnik verwarnt. Erwin wanderte daraufhin aus in die BRD.

Im Januar 1954 heiratete er Gisela Rehbein und noch im gleichen Monat bekam Erwin die Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik.
In Hamburg hielt er sich zunächst als Hafenarbeiter und dann als Bühnen-Maler im Real-Film-Studio über Wasser. Durch eine Anzeige im Hamburger Abendblatt wird Erwin 1954 als Vorlagenzeichner für die Tabu-Bar eingestellt. Dort entstand nach seinen Vorgaben die Welt im Modell: Eiffelturm, Fudschijama und sogar die New York Skyline wurden in monatelanger Laubsäge- und Malerarbeit erschaffen und schmückten nun das wohl liebenswürdigste Stück der frühen Kiezkultur. Das Tabu wurde zu Erwins Meisterstück. Von nun an ist Erwin Ross die erste Adresse für Dekoration und Ausbau von Kiez-Etablissements.
In Hamburg hielt er sich zunächst als Hafenarbeiter und dann als Bühnen-Maler im Real-Film-Studio über Wasser. Durch eine Anzeige im Hamburger Abendblatt wird Erwin 1954 als Vorlagenzeichner für die Tabu-Bar eingestellt. Dort entstand nach seinen Vorgaben die Welt im Modell: Eiffelturm, Fudschijama und sogar die New York Skyline wurden in monatelanger Laubsäge- und Malerarbeit erschaffen und schmückten nun das wohl liebenswürdigste Stück der frühen Kiezkultur. Das Tabu wurde zu Erwins Meisterstück. Von nun an ist Erwin Ross die erste Adresse für Dekoration und Ausbau von Kiez-Etablissements.

Im Mai 1956 bekamen Erwin und Gisela ihren Sohn Jürgen. Und im gleichen Jahr machte sich Erwin selbstständig als PinUp-Maler und Innenausstatter. Sein Atelier richtete er in einer ehemaligen Fleischerei in der Großen Freiheit ein.
Als Manfred Weißleder seinen Traum von einem Musikladen 1962 in die Tat umsetzte, ist auch Erwin Ross an der Verwirklichung beteiligt. So malte er unter anderem die New Yorker-Skyline als Bühnenhintergrund für den später weltberühmten Star-Club. Auch die noch jungen und kaum bekannten Beatles kamen an ihm nicht vorbei. Ihnen zeichnete er den unverkennbaren Schriftzug auf die Base-Drum. Immer mehr Betriebe auf St. Pauli ließen sich ihre Inneneinrichtung und Reklame von Erwin gestalten und schon Ende der 60er Jahre prägte seine Malerei den ganzen Stadtteil.
Kurz nach dem Tod seiner Frau Gisela im Oktober 1982 stellte Erwin den Betrieb Raumgestaltung ein und widmet sich seither ganz der Malerei.
Als Manfred Weißleder seinen Traum von einem Musikladen 1962 in die Tat umsetzte, ist auch Erwin Ross an der Verwirklichung beteiligt. So malte er unter anderem die New Yorker-Skyline als Bühnenhintergrund für den später weltberühmten Star-Club. Auch die noch jungen und kaum bekannten Beatles kamen an ihm nicht vorbei. Ihnen zeichnete er den unverkennbaren Schriftzug auf die Base-Drum. Immer mehr Betriebe auf St. Pauli ließen sich ihre Inneneinrichtung und Reklame von Erwin gestalten und schon Ende der 60er Jahre prägte seine Malerei den ganzen Stadtteil.
Kurz nach dem Tod seiner Frau Gisela im Oktober 1982 stellte Erwin den Betrieb Raumgestaltung ein und widmet sich seither ganz der Malerei.

Der Name Erwin Ross ist mittlerweile weit über die Grenzen Hamburgs bekannt und seine frivol-romantischen PinUp-Bilder sind in der ganzen Welt Synonym für St. Pauli. Dazu haben natürlich auch die Medien beigetragen. Selbst nachdem der zweifache Großvater 1991 offiziell in Rente ging, kommt bis heute keine Kiez-Reportage ohne ein Interview mit dem Rubens von der Reeperbahn aus.
Die meisten von Erwins Motiven sind mittlerweile aus den Schaufenstern und Läden auf der Reeperbahn verschwunden. Verwittert, verkauft oder Modernisierungen zum Opfer gefallen. Stattdessen bunte Leuchtreklame, Video-Beamer und Multimedia. Die Zeiten ändern sich ...
Erwin Ross starb am 12. Februar 2010 im Altonaer Krankenhaus.
Die meisten von Erwins Motiven sind mittlerweile aus den Schaufenstern und Läden auf der Reeperbahn verschwunden. Verwittert, verkauft oder Modernisierungen zum Opfer gefallen. Stattdessen bunte Leuchtreklame, Video-Beamer und Multimedia. Die Zeiten ändern sich ...
Erwin Ross starb am 12. Februar 2010 im Altonaer Krankenhaus.
