Unser Herz schlägt für ...

"Rotlicht auf St. Pauli"- Arbeitswelten Prostituierter auf der "sündigen Meile"
ab 17. November 2011 um 11.00h
Gerade auf St. Pauli hat man keine Berührungsängste mit dem horizontalen Gewerbe. Schon immer war die Rotlichtmeile Anlaufpunkt für Touristen und Freier gleichermaßen.
Mit der neuen Sonderausstellung „Rotlicht auf St. Pauli“- Arbeitswelten Prostituierter auf der „sündigen Meile“ will das St. Pauli Museum einen Blick hinter die Kulissen werfen und den Besuchern die Arbeitswelt der SexarbeiterInnen zeigen:
Die Prostitution in ihrer historischen Entwicklung und in der alltäglichen Praktik, zum Beispiel im Bordell, am Straßenstrich oder im SM-Studio. Auch Begriffe wie „Koberer“ oder „Dockschwalbe“ werden erklärt. Von den Sittengesetzen über die „Ludenkriege“ bis hin zur Emanzipationsbewegung werden die prägenden Aspekte der Sexarbeit auf St. Pauli vorgestellt und eröffnen so den Einblick in den Wandel eines einzigartigen Milieus.
Basis der Ausstellung sind Textmaterialien der Ausstellung „Sexarbeit“, die 2006 im Museum der Arbeit in Hamburg gezeigt wurde und die Arbeits- und Lebenswelten von Prostituierten umfassend darstellte. Die Bilder und Exponate stammen zum Großteil aus dem Archiv des Sankt Pauli Museums, respektive der Sammlung des Fotografen Günter Zint.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
ab 17. November 2011 um 11.00h
Gerade auf St. Pauli hat man keine Berührungsängste mit dem horizontalen Gewerbe. Schon immer war die Rotlichtmeile Anlaufpunkt für Touristen und Freier gleichermaßen.
Mit der neuen Sonderausstellung „Rotlicht auf St. Pauli“- Arbeitswelten Prostituierter auf der „sündigen Meile“ will das St. Pauli Museum einen Blick hinter die Kulissen werfen und den Besuchern die Arbeitswelt der SexarbeiterInnen zeigen:
Die Prostitution in ihrer historischen Entwicklung und in der alltäglichen Praktik, zum Beispiel im Bordell, am Straßenstrich oder im SM-Studio. Auch Begriffe wie „Koberer“ oder „Dockschwalbe“ werden erklärt. Von den Sittengesetzen über die „Ludenkriege“ bis hin zur Emanzipationsbewegung werden die prägenden Aspekte der Sexarbeit auf St. Pauli vorgestellt und eröffnen so den Einblick in den Wandel eines einzigartigen Milieus.
Basis der Ausstellung sind Textmaterialien der Ausstellung „Sexarbeit“, die 2006 im Museum der Arbeit in Hamburg gezeigt wurde und die Arbeits- und Lebenswelten von Prostituierten umfassend darstellte. Die Bilder und Exponate stammen zum Großteil aus dem Archiv des Sankt Pauli Museums, respektive der Sammlung des Fotografen Günter Zint.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Unser Stromanbieter Lichtblick hat ein Interview mit Eva Decker, der wissenschaftlichen Leiterin des Museums, auf seinem Bog veröffentlicht. Hier geht es direkt zum Interview:
Lichtblick Blog - Interview mit Eva Decker
Lichtblick Blog - Interview mit Eva Decker

Das St.Pauli Museum in der Davidstr. 17
Auf einer Fläche von rund 160 Quadratmeter präsentiert das Sankt Pauli Museum die ständige Ausstellung „Aus Geschichten wird Geschichte“.
Basis der Ausstellung ist die umfangreiche Sammlung des Pressefotografen Günter Zint. Dank ihm und vielen anderen Mitstreitern ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die weltweit größte existierende, zusammenhängende Sammlung an Dokumenten, Fotos und Exponaten zum Thema „Sankt Pauli“ zusammen zu stellen.
Gegenstand dieser Ausstellung ist ein Einblick in die historische Entwicklung dieses weltbekannten Stadtteils vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Auf einer Fläche von rund 160 Quadratmeter präsentiert das Sankt Pauli Museum die ständige Ausstellung „Aus Geschichten wird Geschichte“.
Basis der Ausstellung ist die umfangreiche Sammlung des Pressefotografen Günter Zint. Dank ihm und vielen anderen Mitstreitern ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die weltweit größte existierende, zusammenhängende Sammlung an Dokumenten, Fotos und Exponaten zum Thema „Sankt Pauli“ zusammen zu stellen.
Gegenstand dieser Ausstellung ist ein Einblick in die historische Entwicklung dieses weltbekannten Stadtteils vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

+++ NEWS: Das St.Pauli Museum hat in der Davidstraße eröffnet! +++
Am 9.10.2010 war es soweit: Das St.Pauli Museum öffnet seine Pforten in der Davidstraße 17. Die Dauerausstellung zum Start des St.Pauli Museums läuft unter dem Motto "Aus Geschichten wird Geschichte", ein Motto, das genau den Geist von St.Pauli widerspiegelt: Ein Stadtteil, welcher von seinen "Geschichten" lebt.
Mehr in den News...
Am 9.10.2010 war es soweit: Das St.Pauli Museum öffnet seine Pforten in der Davidstraße 17. Die Dauerausstellung zum Start des St.Pauli Museums läuft unter dem Motto "Aus Geschichten wird Geschichte", ein Motto, das genau den Geist von St.Pauli widerspiegelt: Ein Stadtteil, welcher von seinen "Geschichten" lebt.
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St. Pauli
Seit 1894 ein Stadtteil von Hamburg und heute mitten im Herzen der Großstadt. Etwa 28.000 Einwohner auf 2,4 Quadratkilometer und über 20 Millionen Besucher im Jahr.
Bloße Zahlen aber können das vielschichtige Bild dieses Stadtteils nicht einmal annähernd wiedergeben, denn durch seine außergewöhnliche Geschichte, den Hafen und die vielfältigen Einflüsse aus aller Welt hat sich hier eine offene, tolerante und nachbarschaftliche Kultur entwickelt, die einmalig ist auf der Welt.
Das sich das Vergnügungsgewerbe, das heute so wichtig ist für das Steueraufkommen der Hansestadt, einst in diesem Viertel etablierte, hängt unmittelbar mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt zusammen. Nachdem im Juni 1816 erstmals ein Dampfschiff an den heutigen St.-Pauli-Landungsbrücken festgemacht hatte, entstanden aufgrund des Andrangs der Seeleute immer mehr Kneipen und Vergnügungsetablissements. Die provisorischen Holzbuden entlang des Spielbudenplatzes und der Reeperbahn verschwanden. An ihrer Stelle entstanden großartige Gebäude. Sie beherbergten Theater, Ball- und Kaffeehäuser, die schon nach kurzer Zeit in ganz Europa bekannt waren. Klingende Namen wie „Der Trichter“, „Ludwig’s Konzerthaus“, „Ernst-Drucker-Theater“ (heute: St. Pauli Theater) oder auch „Knopf’s Lichtspieltheater“ zaubern noch heute ein Lächeln in das Gesicht vieler St. Paulianer und sie legten den Grundstein für eine kulturelle Vielfalt, die bis heute besteht und ihres Gleichen sucht.
Seit 1894 ein Stadtteil von Hamburg und heute mitten im Herzen der Großstadt. Etwa 28.000 Einwohner auf 2,4 Quadratkilometer und über 20 Millionen Besucher im Jahr.
Bloße Zahlen aber können das vielschichtige Bild dieses Stadtteils nicht einmal annähernd wiedergeben, denn durch seine außergewöhnliche Geschichte, den Hafen und die vielfältigen Einflüsse aus aller Welt hat sich hier eine offene, tolerante und nachbarschaftliche Kultur entwickelt, die einmalig ist auf der Welt.
Das sich das Vergnügungsgewerbe, das heute so wichtig ist für das Steueraufkommen der Hansestadt, einst in diesem Viertel etablierte, hängt unmittelbar mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt zusammen. Nachdem im Juni 1816 erstmals ein Dampfschiff an den heutigen St.-Pauli-Landungsbrücken festgemacht hatte, entstanden aufgrund des Andrangs der Seeleute immer mehr Kneipen und Vergnügungsetablissements. Die provisorischen Holzbuden entlang des Spielbudenplatzes und der Reeperbahn verschwanden. An ihrer Stelle entstanden großartige Gebäude. Sie beherbergten Theater, Ball- und Kaffeehäuser, die schon nach kurzer Zeit in ganz Europa bekannt waren. Klingende Namen wie „Der Trichter“, „Ludwig’s Konzerthaus“, „Ernst-Drucker-Theater“ (heute: St. Pauli Theater) oder auch „Knopf’s Lichtspieltheater“ zaubern noch heute ein Lächeln in das Gesicht vieler St. Paulianer und sie legten den Grundstein für eine kulturelle Vielfalt, die bis heute besteht und ihres Gleichen sucht.

Im Revolutionsjahr 1848 waren bereits 19 Bordelle zugelassen. Die Matrosen führten sich auf dem Kiez ähnlich auf wie die Cowboys im Wilden Westen, denn nicht nur für Schnaps und käufliche Liebe hauten viele von ihnen einen Wochenlohn auf den Kopf, auch der Ritt auf einem betrunkenen Kamel war stets beliebt. Mit den Containerschiffen verschwanden aber die betrunkenen Seeleute mit ihren Uniformen, trotzdem setzt die breite Öffentlichkeit St. Pauli immer noch gleich mit dem Rotlichtviertel, seinen teilweise sattsam bekannten Originalen und Paradiesvögeln.
Dass St. Pauli aber mehr ist als das, lässt sich schon anhand der Zahlen leicht erklären, denn der Kiez macht mit seinen 80.000 Quadratmetern nur ein Drittel des Stadtteiles aus.
Der Ursprung vieler Veränderungen lässt sich Mitte der 80er-Jahre auf dem Kiez ausmachen. Das Geschäft mit der Prostitution litt darunter, dass die potentiellen Freier Angst vor AIDS hatten und das wiederum wirkte sich auf das ganze Rotlicht-Business aus. Bald wurden billige Räume frei. Darüber hinaus entwickelte sich Ende der Achtziger eine neue Club- und Dance-Kultur. Als auf dem Kiez eine neue Undergroundszene entstand, wurde St. Pauli auch als Wohnort attraktiv.
Dass St. Pauli aber mehr ist als das, lässt sich schon anhand der Zahlen leicht erklären, denn der Kiez macht mit seinen 80.000 Quadratmetern nur ein Drittel des Stadtteiles aus.
Der Ursprung vieler Veränderungen lässt sich Mitte der 80er-Jahre auf dem Kiez ausmachen. Das Geschäft mit der Prostitution litt darunter, dass die potentiellen Freier Angst vor AIDS hatten und das wiederum wirkte sich auf das ganze Rotlicht-Business aus. Bald wurden billige Räume frei. Darüber hinaus entwickelte sich Ende der Achtziger eine neue Club- und Dance-Kultur. Als auf dem Kiez eine neue Undergroundszene entstand, wurde St. Pauli auch als Wohnort attraktiv.

Dennoch gibt eine Welt jenseits der vielen Welten von Subkultur und New Business, jenseits der vielen Projekte, die manchmal nur für ein paar Monate wichtig sind - und manchmal liegen die Mikrokosmen nur ein paar Meter auseinander. Zum Beispiel am Hein-Köllisch-Platz. Da genießen die Besucher eines Restaurants die feinen Salate sowie das mediterrane Flair und im Café schräg gegenüber sitzen viele Gäste wegen Stuhlmangels bereits auf dem Kopfsteinpflaster. Doch bloß ein paar Schritte weiter, auf einer Bank, lassen zwei Alkoholiker ihrem Blues freien Lauf. Sie leben in den ohne Esprit gebauten Sozialwohnungen um die Ecke, die aber natürlich nie Teil der pittoresken Bildtapeten sind, mit denen TV- und Filmregisseure ihre Arbeiten dekorieren.